Kunst ist nicht nur DA drin, sondern auch drum herum.

Die Zone
Im Wald am Rande des Klostergeländes hat die Künstlerin Dagmar Demming im Rahmen der Skulpturbiennale 2001 eine Klang- und Lichtinstallation eingerichtet. Als „Fee“ ist die Künstlerin durch den Kreis Steinfurt gereist und hat Menschen verschiedenen Alters, sozialer Stellung und Herkunft die obligatorische Märchenfrage nach den drei Wünschen gestellt. Die Collage aus ca. 500, in ruhigem Rhythmus gesprochenen Wünschen hat die Künstlerin mit modernster Lichttechnik zu der poetischen, geheimnisvollen Installation „Die Zone“ zusammengefügt. Die in der Projektbeschreibung formulierte Schlussbemerkung, ist auch als auffordernde „Bedienungsanleitung“ für das Kunstwerk zu verstehen: „Sich der eigenen Wünsche bewusst zu werden heißt schon, sich auf dem Weg der Erfüllung zu befinden.“ 

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Das Labyrinth
Ganz andere Emotionen weckt das Labyrinth „Waiting for the Barbarians“ von dem südafrikanischen Künstler Kendell Geers. Als die Aufbauarbeiten zu dem Labyrinth aus Sicherheitszaun und Stacheldraht im Frühsommer 2001 losgingen, gab es viel Aufregung. Viele fanden, das Labyrinth sei „hässlich, bedrohlich, abstoßend“ u.s.w.: eine Auseinandersetzung, die durchaus von dem Künstler gewollt ist. Seine künstlerische Strategie beruht auf genau konstruierten Schockmomenten, die die Wahrnehmungsgewohnheiten des Betrachters mit verstörenden Bildern aus dem Gleichgewicht bringen. Das Labyrinth ist aber auch ein Werk, das auf die Geschichte des Ortes bezogen ist: „Schon bevor ich in dem Gebiet eintraf, wusste ich, dass meine Arbeit mit dem 30-jährigen Krieg in Verbindung stehen würde – wie könnte sie auch nicht.“ So ist das Labyrinth auch eine Metapher für die vergeblichen Versuche der Gravenhorster Nonnen, sich vor plündernden und wütenden Soldaten zu schützen – Schutzbemühungen, die zum Bau des Klosterhofs in der naheliegenden Stadt Bevergern und des dorthin führenden „Nonnenpättken“ (heute ein Wanderweg) als potentiellem Fluchtweg führten.

Aber auch sonst erlaubt der Standort andere historische, gewaltvolle Assoziationen. Der Teutoburger Wald – nun touristisches Wandergebiet – war einst auch Austragungsort der Varusschlacht und wurde zum Symbol des Sieges der „barbarischen“ Germanen über die römischen Legionen.
Wenn man aber am Wochenende die vielen Fahrradtouristen oder Familien mit Kindern beobachtet, die vergnügt den Weg durch das Labyrinth suchen, wird deutlich, dass das Labyrinth auch eine spielerische Seite hat.

Weitere Informationen im Katalog zur
„Skulptur Biennale – Münsterland 2001“, ISBN 3-932809-22-x

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Die Weidenreuse
Ein spielerisches Kunstwerk und ein ökologisch, sich selbst begrünendes „Bau(m)werk“, ist die 50 m lange - von Marcel Kalberer und freiwilligen HelferInnen aus Hörstel und Umgebung gebaute - Weidenarchitektur neben der historischen Klosteranlage. In Anlehnung an die Fischerei und Wasserbaukunst der Zisterzienserinnen hat der Weidenbau die Form einer großen Reuse. Sie soll als romantischer Wandelgang aber auch als Aktionsfläche für Außenveranstaltungen des Kunsthauses genutzt werden.

DA inmitten von Wald, Wiesen und Wasserwegen
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst liegt am nördlichen Fuß des Teutoburger Waldes inmitten der von der Aa durchzogenen Landschaft mit ihrem reichen Waldbestands und ausgedehnten Wiesenflächen. Südlich, jenseits der Autobahn A30, die das Kloster von seiner natürlichen Umgebung und seinen ursprünglichen Ressourcen abtrennt, führt die touristisch ausgebaute Wanderroute „Hermannsweg“ vorbei.

Hier liegt auch einer - der heute geschlossenen - Sandsteinbrüche, aus denen der Gravenhorster Sandstein, das Baumaterial des Klosters, abgebaut wurde. Der Gravenhorster Sandstein zeichnet sich durch eine mittlere Härte und einen  gelblichen Ton aus. Er war in der Barockzeit im Münsterland sehr beliebt und wurde in der Stadt Münster  von dem Barockbaumeister Conrad Schlaun bei einigen seiner Bauten eingesetzt. Der letzte Steinbruch von Gravenhorst wurde erst vor wenigen Jahren endgültig geschlossen.

In der näheren Umgebung vom DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst finden sich noch weitere attraktive Ausflugsziele und kulturelle Anziehungspunkte. Hervorzuheben ist darunter Schloss Surenburg und Rheine mit Kloster/Schloss Bentlage und dem Museum Falkenhof. Als besondere Anziehungspunkte in unmittelbarer Nähe sind das „Nasse Dreieck, die Verbindung von Mittelland- und Dortmund-Ems-Kanal, sowie der Torfmoorsee zu erwähnen.

DA ist noch mehr

Die parkähnliche Anlage des Klosters mit ihren Gräften, Streuobstwiesen und historischen Brücken, am Rande eines großen Klosterforstes ist auch ein beliebtes Ausflugsziel für Familien, Wanderer und Radfahrer. Das historische „Nonnenpättken“, der ehemalige Fluchtweg der Nonnen ins nächstgelegene Dorf, ist heute ein reizvoller Spazier- und Wanderweg, der über das „Nasse Dreieck“, dem Treffpunkt von Mittelland und Dormund-Ems-Kanal mit „großer Schleusenanlage“, ins benachbarte Bevergern führt. In unruhigen Zeiten nach dem 30-jährigen Krieg nutzten die adeligen Stiftsdamen diesen Weg, um bei Gefahr zu ihrem Stadthaus zu gelangen, in dem sich heute das vielbesuchte Ausflugslokal „Klosterhof“ befindet.

Die reizvolle Umgebung rund um das Kunsthaus lädt zu schönen Wanderungen,
z. B. auf dem „Hermannsweg“ oder dem „Töddenweg“ ein. Ein Rundwanderweg, ein Waldlehrpfad und ein geologischer Lehrpfad am Torfmoorsee vermitteln Wissenswertes über die Fauna und die geologischen Besonderheiten der Region.

Die Dortmund-Ems-Kanal Radroute liegt ganz in der Nähe und die bekannte 100-Schlösser-Radroute führt direkt am Kunsthaus Kloster Gravenhorst vorbei. Im Innenhof des Klosters bietet dann die Sommerterrasse der Klostergastronomie eine idyllische Phase der Erholung, bevor unter dem Motto Kloster, Kunst und „Meer“ ein Start auf dem neuen Radweg erfolgen kann.

Dem Besucher des Kunsthauses Kloster Gravenhorst bieten sich in der näheren Umgebung noch weitere interessante touristische Ziele an:

  • Die Surenburg, größtes und vielleicht schönstes Wasserschloss im Tecklenburger Land und gleichzeitig Austragungsort zahlreicher nationaler und internationaler Reit- und Fahrersportveranstaltungen
  • Knollmann´s Mühle (Hörstel), technisches Denkmal mit Darstellung der Sägetechnik mittels Wasserkraft
  • Heimathaus (Bevergern), kleines Museum mit eindrucksvoller Sammlung aus Kultur und Brauchtum sowie sakraler Kunst
  • Lünnemann´s Pättken (Dreierwalde), ein 1,5 km langer Naturlehrpfad.
  • Reinings Mühle (Hörstel-Dreierwalde), techn. Denkmal und Demonstration der Nutzung regenerativer Energien und Wasserkraft
  • Landmaschinenmuseum Riesenbeck  (Hörstel-Riesenbeck), kleines Museum und Ausstellungsscheune mit einer liebevoll zusammengetragenen Sammlung von landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen